Zeltlager 2016 - Ein Tagebuch

17.Juli, Sonntag.

Sonntag ist Aufbautag. Das Zeltlager-Team, bestehend aus Helfern und Betreuern, baute die notwendige Infrastruktur auf. Nach über 20 Jahren Erfahrung klappte dies wieder reibungslos, routiniert und schnell. So blieb den Freiwilligen auch noch etwas Zeit um die Ruhe vor dem Sturm zu geniesen. Das Zeltlager zieht auch Exil-Odenwälder zurück in die Heimat. Auch aus Aachen und Essen kamen Betreuer angereist. So traf man sich noch auf einen ruhigen Plausch oder um zusammen eine Runde Wikingerschach zu spielen. 

Am späten Nachmittag bauten die Eltern dann die Zelte für die Kinder auf.

Danach fand sich die  Zeltlager-Mannschaft zum gemeinsamen Grillen und einer letzten und wichtigen Besprechung vor dem eigentlichen Beginn des Lagers zusammen.


18.Juli, Montag.

Das Zeltlager hat bei sehr schönem Wetter mit der Montagswanderung begonnen. An der Mittelpunktschule in Gadernheim traf man sich und wanderte gemeinsam zum Zeltplatz nach Schannenbach. Auf dem Weg gab es verschiedene Stationen an denen die Kinder Aufgaben lösen mussten und dabei Zeltlagerpunkte erwerben konnten.

Den Nachmittag verbrachten die Kinder auf dem Spiel- und Sportplatz sowie beim Basteln. Für beide Plätze waren Teams zur Aufsicht eingeteilt, die auch immer gerne mal mitspielten. 

Zum Abendessen gab es Berge von selbstgemachten Spätzle, dazu leckere Hackfleisch- oder Tomatensauce. So konnte man sich leicht ins Lagerleben einfinden.


19.Juli, Dienstag.

Morgens, erst mal ordentlich frühstücken. Danach war das bei den Kids so beliebte Schnitzen wieder im Angebot. Es standen Holz, Speckstein und Gasbeton (Ytong) zur Bearbeitung bereit, einige Betreuer und Helfer beaufsichtigten die Kinder dabei und standen auch mit entsprechenden Werkzeugen bereit um zu helfen. Natürlich bestand auch die Möglichkeit zum Basteln, den Spielplatz zu besuchen oder auf dem Sportplatz Fußball zu spielen.  Mittags gab es zum Mittagessen die beliebten, leckeren und heiß begehrten Zeltlager-Hamburger.

Am Nachmittag fand die  Lagerolympiade statt. Das Team hatte sich einige Spiele, die zum diesjährigen Motto passten, ausgedacht. So mussten die Kinder zum Beispiel die Schlachtformationen der römischen Legionen nachbilden. Eine Aufgabe die nur gemeinsam erfolgreich gelöst werden konnte.  

Die Lagerolympiade wurde durch eine kurze Pause unterbrochen. Denn von Eltern gespendetes Eis für die Teilnehmer musste zwischendurch schnell verspeist werden bevor es schmelzen konnte.  

Das Wetter war den ganzen Tag prima, heiß und kein Wölkchen am Himmel, aber mit Sonnencreme und genügend Getränken doch gut auszuhalten. Für ein Zeltlager ist es so auf jeden Fall besser als Regen und Kälte oder gar Unwetter wie diese noch vor wenigen Wochen akut waren. Das ideale Wetter für eine Wasserschlacht, bei der auch mancher Helfer ungewollt nass wurde. 

 


20.Juli, Mittwoch.

Die Kinder waren wieder frühzeitig wach und so waren um 8:00 Uhr fast alle beim Frühstück. Helfer und Betreuer frühstückten wie immer nach den Kinden. (Das gemeinsame Frühstück der Helfer und Betreuer dient auch dazu den Ablauf für den Tag zu  besprechen und die anstehenden Arbeiten aufzuteilen. Dazu findet direkt im Anschluss an das Frühstück. bzw. gegen Ende desselben eine Teambesprechung statt.) Heute morgen wurden bei dieser Besprechung ein paar Anregungen besprochen, die sich ein Teil des Teams am Vortag überlegt hattte. Eine Idee davon wurde auch direkt umgesetzt,  so wurde ein modifiziertes Kennenlernspiel gespielt bei dem auch die Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmer für das Lagerleben abgefragt wurden.

Zum Mittgessen gab es frische Kartoffelpuffer mit Apfelbrei. Für die Kartoffelpuffer hatte die Küchenmannschaft am Vortag bereits Berge von Kartoffeln geschält und morgens gerieben. Danach gab es noch Eis und frisch gemachten Obstjoghurt zum Nachtisch. Nach dem Essen und einer kurzen Ruhepause bzw. Verdauungspause fand eine Schnitzeljagd rund um den Zeltplatz statt. Die Schnitzeljagd mit Schatzsuche ging nahtlos in eine Wasserschlacht über, denn der gefundene Schatz bestand aus einer Kiste mit Wasserbomben.

Da laut Wetterbericht mit Gewitter und starkem Regen in der Nacht zum Donnerstag zu rechnen war hatte die Lagerleitung zwei erfahrene Betreuer beauftragt alle Zelte zu kontrollieren ob diese noch korrekt aufgebaut und abgespannt sind und bei Bedarf dies zu korrigieren. .  

Es war auch am Abend immer noch warm und trocken, die angekündigten Gewitter sind woanders hingezogen, so konnte die Nachtwanderung starten. Die Kinder begaben sich in drei altersmäßig abgestuften Gruppen, zusammen mit einigen Betreuern, auf den Weg durch den dunklen Wald. Bevor die Gruppen starten, bekamen sie am Lagerfeuer eine Geschichte über Römer, Germanen, Zaubertränke und Hexen erzählt. An den Stationen im Wald stellten Helfer und junge Betreuer einige Szenen aus dieser Geschichte nach. Bei Organisation und Vorbereitung der Nachtwanderung gab es, wie üblich, noch "Optimierungsmöglichkeiten", aber auch das ist schon fast Routine. Wenn es während des Zeltlagers trotz aller Routine trotzdem noch zu einem organisatorischen Fehler kommt, dann seltsamerweise und in schöner Regelmäßigkeit bei der Nachwanderung. Als ob sich die Geister und Kobolde im Schannenbacher und Knodener Wald dafür rächen wollten, dass wir sie nächtens in ihrem Wald stören. Aber ein gutes Team meistert auch solche Herausforderungen ohne dass die Teilnehmer etwas davon mitbekommen. Und so war für die Kinder auch dieses Jahr wieder die Nachtwanderung ein Highlight des Zeltlagers.

 


21.Juli, Donnerstag.

Der Morgen war feucht und nass. Nachts ist der angekündigte Regen dann doch noch gekommen. Um halb Vier in der Nacht weckte ein Donnerschlag einige der Betreuer auf, doch verzog sich das Gewitter glücklicherweise sofort wieder. Die bereitstehenden Betreuer und Helfer mussten nicht die Zelte evakuieren und konnten noch eine Mütze Schlaf nehmen. Zum Glück schliefen auch die Kinder am Donnertag morgen schon etwas länger als in der ersten Nacht im Zeltlager. Das Gewitter hatte uns zwar von Blitz und Donner verschont, vor dem Regen jedoch nicht. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch, denn trotz Nebel und Regen war die Stimmung bei Allen sehr gut.

 

Nach dem Frühstück fand wegen des Regens in der Nacht eine intensive Zeltkontrolle statt. Die Zelte der Kinder waren alle dicht, so gab es zum Glück keine nassen Schlafsäcke und Luftmatratzen bei den Kindern. Wegen des nassen Wetters verbrachten wir den Vormittag im großen Zelt beim Basteln und mit Kartenspielen. Ein Gruppe Kinder war beim Vorbereiten eines kurzen Theaterstücks für die Abschlussveranstaltung am Freitag. 

Zu MIttag gab es Kochkässchnitzel mit Pommes und Salat, die Küche hat sich mal wieder selbst übertroffen. Kleine Schnitzelchen und Pommes, dazu Kochkäse, Ketchup und Salat zur Auswahl. Die Küche hat auf jeden Fall einen Stern verdient.

Am Nachmittag regnete es nicht mehr und die Sonne zeigte sich wieder. Im Wald wurde mit allen Kindern und den meisten Betreuern ein Geländespiel gespielt. Bei dem Spiel muss man versuchen die Flagge der anderen Manschaft im Wald zu finden und in das eigene Spielfeld zu entführen.  

Nach dem Abendessen ging ein Teil noch mal auf den Sportplatz zum Völkerball spielen, ein anderer Teil arbeitet an einem Stück für die Aufführung am Freitag. Mit Lagerfeuer und Stockbrot lies man den Tag ausklingen.

22.Juli, Freitag

Der letzte Tag des Zeltlagers. Bei der morgendlichen Teambesprechung wurden bereits einige  Helfer und Betreuer eingeteilt um die Abschussveranstaltung vorzubereiten. Die Getränke- und Essensausgabe musste aufgebaut werden, ebenso Sitzgelegenheiten vorm Haus, das "Büro" musste umgeräumt werden um Platz für die Diashow  zu schaffen, usw.  Bis zum Eintreffen der Eltern war alles bereit. 

 

Eine Gruppe Kinder hatte in den letzten beiden Tagen intensiv an der Vorführung eines kleinen Theaterstücks gearbeitet. Dennis, ein Betreuer, hat sie dabei tatkräftig unterstützt und angeleitet. Zur Vorbereitung gehörte auch Köstüme und Requisiten zu basteln. Das Stück das von Römern,  Germanen und einem Zaubertrank handelte wurde bei der Abschlussveranstaltung aufgeführt und brachte den Akteueren viel Applaus ein. Nach dem Theaterstück wurden die Punkte, die sich die Kinder bei den Aktionen wie der Lagerolympiade und den Zeltkontrollen erarbeitet hatten, bekannt gegeben, dabei konnte sich jedes Kind ein kleines Erinnerungsgeschenk aus einem großen goldenen Sack raussuchen. Zum Schluss der Veranstaltung wurden noch einige der gebastelteten  Sachen versteigert. Dann gab es den Räuberbraten und weitere Speisen und Getränke zu kaufen bzw. gegen eine Spende. Im Büro lief die Diashow mit knapp 500 Bildern von der Woche Lagerleben. 

Da für die Nacht zum Samstag wieder Regen vorhergesagt war wurde das große Zelt und die Pavillions noch abgebaut bevor man selbst etwas feiern konnte. 

 

23.Juli, Samstag. 

Wie immer am Samstag: Abbauen, Aufräumen, Einpacken, Verladen und Saubermachen. Das Zelt war zwar schon abgebaut trotzdem dauerte es bis 13:30 bis alles soweit war um das DGH an den Hausmeister zu übergeben. Im Gasthaus "Zum Odenwald", bei Daums, gab es noch ein gemeinsames Essen, dabei konnte man die Woche nochmal Revue pasiiere lassen und langsam Abschied nehmen. Gestärkt mit Kochkäsmit Musik und Brot oder Kässpätzle konnte man sich dann verabschieden und die Heimreise antreten.

 

Doch nach dem Zeltlager ist vor dem Zeltlager.

Es wurde eine Nachbesprechung geplant und vereinbart und im Spätherbst bzw. Winter wird es an einem Wochenende einen Betreuer-Workshop geben. 

 

PHP ist hier möglich